Das GrünAreal

Wir treten zum jetzigen Zeitpunkt einen Schritt aus den Verhandlungsprozessen über das GrünAreal an der Alten Rindermarkthalle heraus, um über die Entwicklung der letzten Monate zu berichten und eine Stellungnahme zu formulieren: Wie steht es um das GrünAreal an der Alten Rindermarkthalle?

Wir haben verhandelt und geplant, Architekten beauftragt und gerechnet, eine Gartenbühne entworfen und gezeichnet. Das Ergebnis fiel in mehrfacher Hinsicht ernüchternd aus. Der Bezirk lässt nach einer Vorprüfung wissen, dass er den Baustoff Holz für nicht genehmigungsfähig hält. Parallel dazu lässt der Projektentwickler keine Gelegenheit aus, das weder gesicherte noch auf seinen Ideen basierende Gartenprojekt der Öffentlichkeit als eine der besonderen Qualitäten der Edeka-Rindermarkthalle zu kommunizieren. Wir fordern: GEMÜSEGÄRTEN STATT PARKPLÄTZE mehr …

Kooperationsprojekt • performative Gartenskulptur • Eingriff in städtische Angelegenheiten

 

Das Areal der „Alten Rindermarkthalle“ in Hamburg St. Pauli ist ein umkämpfter Raum. Es stand 3 Jahre leer und sollte neu geplant werden, nachdem der letzte Supermarkt das städtische Gelände verlassen hat. Anwohner_innen fordern ihr Recht auf Stadt. Zur Zwischennutzung hat die Stadt einen Mietvertrag mit einer Handelskette abgeschlossen und es wird nun eine Riesensupermarkt ins Gebäude einziehen.

Das GrünAreal greift in diese umkämpfte Situation ein und will einen gemeinschaftlichen Gemüsegarten auf dem Gelände situieren. Noch kann das GrünAreal nicht auf das Gelände der Alten Rindermarkthalle. Aber – Keimzelles goes GrünAreal – es ist in einem ersten Schritt am Eingang zum Karolinenviertel eine öffentliche Bühne etabliert worden, wo Objekte (wie Hochbeete) sowohl dem sozialen Austausch als auch dem kollektiven Gemüseanbau dienen, und wo Menschen auftreten können und als Bürger sichtbar werden.

Durch das gemeinsame Gärtnern entsteht eine „Agora“ für die Stadtgestaltung, die Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Interessen Beteiligungsmöglichkeiten bietet: Eine kleinteilige temporäre und anwenderorientierte Nutzung beginnt.

Die Anwohner_innen nehmen sich bei den Tätigkeiten des öffentlichen Gärtnerns wahr und gestalten die Stadt räumlich wie sozial. Das Gärtnern kommt dabei als eine globale Kulturtechnik zum Tragen, die Verständigung unter Menschen unterschiedlichster kultureller Hintergründe im gemeinschaftlichen Tätigsein ermöglicht.

Bei diesem urbanen Gärtnern privatisieren Nachbarn den Raum nicht als Parzelle, sondern nutzen ihn als Allmende. Der Anbau von Nutzpflanzen in der Stadt kann als Ausdruck des Bedürfnisses verstanden werden, das Lebensumfeld und einen Teil der Nahrungsmittelerzeugung in die eigene Hand zu nehmen.

Die Hochbeete überwinden das Bestehende (Schutt) durch eine höhere ökologische Ebene (Hochbeet) aber reißen den Stadtraum nicht auf und versuchen keine utopische Landidylle in das metropolitane Leben zu implantieren. Sie bilden heterotopische Räume und mobile Realitäten einer anderen Stadt.