Pressemitteilung vom 14.04.2012


Auf dem Gelände der Alten Rindermarkthalle St. Pauli soll ein urbaner Garten und mit ihm ein neuartiger Beteiligungsprozess entstehen: das Grünareal.
Die Kulturbehörde fördert das Projekt, aber die Sprinkenhof AG, die Finanzbehörde und der Bezirk verhindern es: Es sei kein Platz auf dem Areal. Das heißt: Kein Raum für Partizipation, kein Ort für Kunst im öffentlichen Interesse und keine Fläche für echte Nahversorgung.

Als im Mai letzten Jahres mit der Keimzelle ein sozialer Gemüsegarten am Ölmühlenplatz in der Marktstrasse entstand, war von Anfang an klar, dass diese kleine Fläche nur ein symbolisches Zeichen setzen konnte. Ihr Ziel war und ist ein großer Nachbarschaftsgarten auf dem Areal der ehemaligen Rindermarkthalle – als sozialer Treffpunkt, lokale Selbstversorgung und öffentliche Plattform. Zusammen mit Anwohnerinnen und Anwohnern soll eine nachhaltige Zukunft und ein beispielhafter Planungsprozess für das Areal entwickelt werden. Durch das gemeinsame Gärtnern kann eine Agora für Stadtgestaltung entstehen, die Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Interessen Beteiligungsmöglichkeiten bietet: Eine kleinteilige temporäre und anwohnerorientierte Nutzung würde beginnen.

Statt dessen wurde von Seiten der städtischen Sprinkenhof AG ohne öffentliche Beteiligung ein Vertrag mit der Handelkette Edeka ausgehandelt. Demnach wird das Areal mindestens für die nächsten 10 Jahre vergeben und in den 13.000 qm der Alten Rindermarkthalle vor allem eines stattfinden: kaufen, kaufen, kaufen.

Von Seiten der Keimzelle wurde ein Konzept für einen Gemüsegarten auf dem Areal entwickelt – das Grünareal. Die Kulturbehörde Hamburg fördert das Projekt als Kunst im öffentlichen Raum – vorausgesetzt, die städtischen Flächen stehen zur Verfügung.

Und genau das ist die Bruchstelle: Laut SpriAG und Finanzbehörde gibt es wegen der anstehenden Sanierungsarbeiten für die neue Shopping Mall keinen Platz für das Grünareal. Angesichts einer Gesamtgröße des Geländes von 34000 Quadratmetern ist diese Aussage nicht nachzuvollziehen.

Es scheint, dass die Stadt auch in diesem Fall das Angebot einer beteiligungsorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung ausschlägt, obwohl die Bürgerschaft bereits im November 2010 eine Beteiligung der Bürger_innen und Initiativen bei der Entwicklung des Areals beschlossen hat. Gemessen daran ist das Vorgehen der politischen Instanzen ein Skandal.

Wir fordern die Stadt auf, dem Grünareal die notwendigen Flächen zur Verfügung zu stellen.